Tourismus-Stiefkind der Gemeinde

Mit der Entmachtung der bisherigen Leiterin des Tourismusbüros durch den damals noch im Dienst befindlichen Bürgermeister HannGörg Zimmermann hat sich herausgestellt, wie ernst es dem bisherigen Gemeinderat mit dem Tourismus in Gößweinstein ist. 

Zudem ist die touristische Entwicklung ist in Gößweinstein seit Jahren rückläufig. Ursache ist unter anderem die Aufgabe vieler gastronomischer Betriebe, aber auch fehlende und neue Ideen sowie handwerkliche Fehler in der Politik. 

Mit der Burg und der Basilika besitzt Gößweinstein ein Alleinstellungsmerkmal, um das uns viele Gemeinden beneiden.  Die Burg schlummert derzeit vor sich hin, irgendwann wird aus dem Dämmerschlaf ein Dauerzustand. Die Basilika ist zwar ein eindrucksvolles Bauwerk aus der Barockzeit und zieht viele Gäste aus nah und fern an. Aber ob dies ausreicht, den Urlaub hier länger verbringen zu wollen, mag bezweifelt werden. 

Unser Ziel sollte deshalb sein, die Region als authentisches Aktiv- und Erlebnisziel für junge, und alte naturverbundene Urlauber zu positionieren – mit einem modernen, nachhaltigen und gemeinschaftlichen Ansatz. 

Echt fränkisch. Aktiv erleben. Frei genießen.“ Natürlichkeit – unverwechselbare  Landschaft, authentische Menschen, Bewegung & Freiheit – Klettern, Wandern, Biken, Entdecken, Forschen, und kulturelle Ereignisse.

Die "Fränkische", so wie sie nicht nur im Großraum Nürnberg und nördlichen Franken  liebevoll genannt wird, hat ein hohes Potential an Erlebnismöglichkeiten. 

Gößweinstein hat bis heute noch ein Marktrecht. Nur wird das nicht mehr richtig belebt. Die bisherigen Marktstände werden immer weniger. Erfreulicherweise konnten in den letzten Jahren die Weihnachtsmärkte attraktiver gestaltet werden. Dies wäre auch eine Option für die anderen Märkte unter Einbindung von einheimischen Produkten  und Erzeugnissen. Auch die Belebung des Marktplatzes sollte aktiviert werden. Dazu gehört auch eine Verkehrsberuhigung. 

Siehe unten. Ein Marktplatz, der wirklich seinen Namen verdient. Früher hatte man schon gewusst, wie man es richtig macht. 

Hergabe des Braurechts. Obwohl das Kloster in Gößweinstein Braurechte besaß, haben die Franziskaner ihr bestehendes Braurecht mit dem gesamten Equipment an die Brauerei Rodenbach nach Aufseß verkauft. Stattdessen baut man jetzt das alte Kloster für einen über 10 Millionen Betrag auf Staatskosten um und das für nur ein paar Zimmer. Was wäre das für eine Attraktion heute: Gößweinstein mit Klosterbrauerei. 

Aktivierung des örtlichen Verkehrvereins. Seit vielen Jahren schlummert der Verkehrsverein vor sich hin. Obwohl ausreichend Rücklagen vorhanden sind, es tut sich nichts wesentliches. Vielleicht liegt es auch am Wechsel in der Spitze der Vereinsführung.

Zu guter Letzt. Oft wird darüber diskutiert, ob der Tourismus eine Pflichtaufgabe der Gemeinde sei.

Der Tourismus ist in Bayern grundsätzlich keine Pflichtaufgabe, sondern eine freiwillige Aufgabe im Rahmen der kommunalen Selbstverwaltung. Das bedeutet: Eine Gemeinde kann selbst entscheiden, ob, in welchem Umfang und wie sie Tourismusförderung betreibt. Aber gerade in Gößweinstein spielt der Tourismus eine wesentliche Rolle. Denn Gößweinstein lebt zwar nicht unmittelbar vom Tourismus, jedoch mittelbar, denn viele Betriebe, die auf den ersten Blick keine touristischen Einrichtungen sind,  profitieren von den Urlaubsgästen. Und deshalb sollte man in Gößweinstein die Förderung des Tourismus schon als Pflichtaufgabe sehen und nicht nur mit zwei touristisch nicht ausgebildeten Mitarbeitern besetzen. Ein gutes Beispiel ist die Nachbargemeinde Pottenstein, die mit Thomas Bernhardt seit Jahrzehnten einen profilierten Fachmann als Tourismusleiter  erfolgreich zur Seite hat. Wenn man schon Einnahmen aus dem Kurbeitrag und Fremdenverkehrsbeitrag hat, sollte man auch etwas dafür tun. 


 
 
 
 
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